Samstag, 29. November 2014

Das neue Heim

Es war soweit. Meine erste eigene Bleibe musste her. Und ich muss sagen es war wesentlich einfacher als gedacht. Innerhalb einer Woche war alles erledigt und ich konnte einziehen. Gefunden habe ich das Zimmer auf Trade Me, dem neuseeländischen E-Bay. Einfach anrufen, Besichtigungstermin ausmachen und einziehen. Keine Verträge Schufaauskünfte oder sonst etwas. Aber natürlich habe ich mir verschiedene Zimmer angesehen. Und das hat richtig Spaß gemacht und war sehr interessant. Letztendlich war es doch tatsächlich die erste erste der fünf Unterkünfte, die ich mir angeschaut habe. Es ist ein kleines Zimmer mit Bett, Schrank und Schreibtisch in einem großen alten Haus mit Garten aus dem 19. Jhd. Ich lebe hier zusammen mit 6 weiteren Mitbewohnern bei der ersten Feuerwehrfrau Neuseelands, die mittlerweile bei einer Bank arbeitet. Bei so vielen Mitbewohnern gibt es immer etwas zu bereden. Ein kleiner Bonus ist, dass einer von ihnen Koch ist ; ). Am Samstag bin ich eingezogen und hab ein paar Besorgungen gemacht. Am Sonntag bin ich dann mit einem meiner Mitbewohner nach Rotorua gefahren. Dort gibt es eine Art  Sommerrodelbahn, die natürlich getestet werden musste. Zufälligerweise habe ich dort eines der Kinder aus der Familie, bei der ich davor gewohnt habe getroffen. Das neuseeländische Sommerrodelbaahnkonzeept ist etwas anders als in Deutschland: Statt nämlich auf einer Schiene zu fahren geht es hier mit einem so genannten Luge eine Asphaltpiste herunter. Man sollte also vor gewissen Kurven ein wenig abbremsen, was ich leider in einem Fall verabsäumt habe und eine kleiner Kollision mit der Bande hatte. Halb so wild.

Die ersten Tage der letzten Woche war ich auf der Arbeit vorrangig mit Briefumschlägen beschäftigt. Um genau zu sein 3300 rote Briefumschläge. Die mussten mit Einladungen befüllt werden und danach mit einem Adresssticker versehen werden. Das hat dann trotz Hilfe ungefähr drei Tage gedauert. Von jetzt an will ich für die nächsten zehn Jahre nichts mehr mit roten Briefumschlägen zu tun haben. Als Entschädigung wurde ich aber zu Lunch eingeladen und hab ein besonders tolles Auto nach Hause fahren können. Also alles halb so wild. Ein weiteres Vergnügen in der vergangenen Woche war die Beförderung eines Porsches von A nach B. Das hat man nicht alle Tage. Ansonsten stand noch der Wechsel zweier Reserveräder an. Insgesamt wurde in der letzten Woche aber eher auf den Samstag hingearbeitet, an dem die Christmas Party stattfand.
Den Tag über habe ich endlich einen Bankaccount eröffnet  und sonst ein wenig gebügelt und gegammelt. Und dann war es auch schon Zeit für die Weihnachtsfeier. Da ich nicht fahren musste konnte ich auch mal wieder das ein oder andere Bier mittrinken. Ist nämlich ganz schön blöd den anderen nach der Arbeit dabei zuzusehen. Die Veranstaltung war in einem Weingut etwas außerhalb der Stadt. Etwa 100 Leute aus unserer Firma waren schätzungsweise dabei. Es gab ein Buffet, Livemusik und reichlich zu trinken, was auch schnell zu unterhaltsamen Resultaten geführt hat. Übrigens nicht nur bei den Mechanikern, sondern auch einigen höherrangigen Mitarbeitern. Es war ein sehr schönes Fest und eine gute Gelegenheit die ganzen Kollegen mal ein bisschen näher kennen zu lernen. Die jüngere Generation hat sich dann um Mitternacht abgekoppelt und sich ins städtische Nachtleben gestürzt. Dazu muss ich sagen, dass ich von dessen Ausmaß ein wenig überrascht war. Den Sonntag habe ich dann erst einmal ausgeschlafen und mich dann auf eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall gemacht. Das war zwar sehr schön, aber auch sehr nass, zumal ich nicht wirklich das passende Schuhwerk dabei hatte. Unten hatte ich mich noch gewundert, warum die alle so eine übertriebene Wanderausrüstung dabei hatten... Die erste Woche im neuen Heim ist rasant vergangen und ich bin wirklich froh hier gelandet zu sein. Letztens kam eine ehemaliger Bewohner aus Irland zu Besuch. So weit so gut. Damit sollten die Ereignisse der letzten Zeit zusammen gefasst sein.

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