Nach monatelanger Vorbereitung war es am Montag endlich so weit: Ich lasse das herbstliche Deutschland hinter mir und verabschiede mich in den zweiten Sommer für dieses Jahr: Auf nach Neuseeland! Und es ging gleich wirklich gut los! Glück hatte ich nämlich auf meinem Flug von Hamburg nach Dubai. Nicht nur, dass ich von meinen Fensterplatz einen Blick über das verregnete Hamburg und später über das kontrastierend ausgetrocknete Dubai bekam. Nein, ich war auch noch der einzige Passagier mit zwei freien Plätzen neben sich. Wer braucht da noch eine First Class? So konnte jederzeit und ohne mich unbeliebt zu machen auf die Bordtoilette gehen und mich ordentlich breit machen. In Dubai angekommen hatte ich 4 Stunden Aufenthalt, in denen ich vergeblich versuchte zu Fuß den riesigen Flughafen komplett zu erkunden. Nach dieser Einlage sportlichen Ehrgeizes war ich dann aber auch wieder froh zu im Flugzeug zu sitzen. Mit dem flughafeneigenen Zug ging es erstmal in Richtung des Airbus A 380, der für den nächsten Tag (warum ist NZ so weit weg?) quasi mein zu Hause sein sollte. Diesmal kam ich neben einem netten Theologenehepaar zu sitzen. Auch wenn sich hin und wieder eine kleine Ehekrise andeutete, stellten die beiden sich als sehr angenehme Mitreisende heraus. Das Flugzeug war übrigens voller deutscher Work and Traveller, von denen ich auch ein paar kennenlernte. Nach endlosen 35h waren dann irgendwann am Horizont endlich die Umrisse der neuseeländischen Nordinsel zu erkennen. Nachdem die Biosecurity in Auckland meine Schuhe noch einmal gründlich reinigte (die Angst vor deutschem Boden und damit potenziellen Samen ist groß), konnte ich endlich einreisen. Doch am Ende meiner Reise war ich noch immer nicht ganz. Am Flughafen wurde ich schon von George, einem echten neuseeländischen Urgestein erwartet, der mich in einem der Autos bei bestem Kiwiwetter zu meinem Praktikumsplatz in Hamilton fuhr. (Zum Verständnis: ich werde erst drei Monate lang ein Praktikum in einem Autohaus mit vielen schönen deutschen Autos machen und den Rest der Zeit das Land per Work and Travel erkunden.) So bekam ich zum ersten mal die wunderschöne Landschaft zu sehen, von der so viele schwärmen (gut nachzuvollziehen). In Hamilton angekommen übernahm mich Andrew, mein Chef und der, der mir das alles ermöglicht hat. Er fuhr mich direkt zu sich nach Hause, wo ich für die nächste Zeit mit ihm, seiner Frau, den drei Kindern und den beiden Großeltern verbringen darf. Es ist ein wunderschönes großes Haus mit Garten und sogar einem Pool. Ich habe noch eine Weile mit ihnen im Garten verbracht und bin so auf meinen neuen persönlichen Rekord von knapp 50 Stunden ohne Schlaf gekommen. So viel also erst einmal vom anderen Ende der Welt - jetzt muss ich mich erstmal um meinen versäumten Schlaf kümmern.

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